Idee "Landschaftsmuseum Hürtgenwald"


2019

In einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Jugend, Kultur und Vereine -voraussichtlich am 7. Februar 2019 um 17 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses-  soll über die Machbarkeitsstudie der Akademie Vogelsang IP und über die mögliche Umsetzung des Landschaftsmuseums Hürtgenwald diskutiert werden.

 




Ehrenfriedhof Vossenack
Ehrenfriedhof Vossenack (© André Oleff)

2018

In einer gemeinsamen Sitzung des Gemeinderats und des Ausschusses für Jugend, Kultur und Vereine nehmen diese den Bericht der Akademie Vogelsang IP zur Machbarkeitsstudie zur Kenntnis.

Inhaltliche Empfehlungen und Handlungsoptionen insbesondere über die grundsätzliche Positionierung der Gemeinde werden in einer Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur und Vereine beraten.

Ausgangspunkt aller politischen Beratungen und Beschlüsse ist das in 2013 in einer Fachtagung im Franziskus-Gymnasium Vossenack vorgeschlagene Moratorium "Erinnerungslandschaft Hürtgenwald" in welchem auch die Idee eines Landschaftsmuseums entwickelt wurde.

 

Der Handlungsbedarf wird vor allem aus dem Museum Hürtgenwald 1944 und im Frieden hergeleitet, weil das vermittelte Ziel "Nie wieder Krieg!" ohne Kontextualisierung und Konkretisierung bleibt.

Es wird herausgestellt, dass ein hoher Forschungsbedarf besteht, um das Landschaftsmuseum als Chance zur Positionierung in einer bzw. für eine demokratische, plurale und friedliche Gesellschaft zu nutzen.

 

Dabei soll zur Sensibilisierung für ihre Ursachen und Dynamiken historisches Wissen vermittelt und historische Prozesse der gesellschaftlichen und politischen Inklusion und Exklusion beobachtet werden. Außerdem sollen Kampfhandlungen im Hürtgenwald kontextualisiert werden, um Verständnis für das Entstehen von Kriegen insbesondere des Zweiten Weltkrieges und Aufzeigen von individuellen Handlungsspielräumen in diesem Kontext zu bekommen. Damit soll ein Reflexionsprozess über Geschichte und den Umgang mit ihr sowie über problematische Formen der Erinnerungskultur angeregt werden.

 

Die Bausteine des Landschaftsmuseum sollen sein

  • Objekte in der Landschaft
  • Zentrum des Landschaftsmuseums
  • Bisheriges Museum
  • Besucherinformation und Präsentation "Objekte erzählen Geschichte(n)"
  • Eingänge und Orientierungspunkte
  • Themenrouten
  • Guides und Pädagogische Programme
  • Veranstaltungsprogramm
  • Kommunikation und Medien
  • Forschung und Sammlung
  • Geschäfts- bzw. Koordinierungsstelle
  • Wissenschaftliche Begleitung und Vernetzung

Die Umsetzung eines Landschaftsmuseums Hürtgenwald in Phasen und Teilprojekten beginnend 2019/20 kann langfristig Auswirkungen auf den Hebesatz der Grundsteuer B haben, da die jährliche Unterhaltung aus dem Haushalt der Gemeinde zu finanzieren ist:

  • ca. 50.000,- EURO aus kommunalen Mitteln für den laufenden Betrieb
  • ca. 30.000,- EURO aus kommunalen Mitteln für Drittmittelprojekte
  • Summe ca. 80.000,- EURO jährlich

Noch nicht berücksichtigt sind dabei die aus den zumindest anteilig zu tragenden Schuldenlasten aus den kreditfinanzierten Investitionskosten und die Erhöhung der Kreisumlage, wenn sich der Kreis und der Landschaftsverband an den Investitionskosten beteiligen. 


2018

In der 33. Sitzung des Gemeinderats am 22.02.2018 beschließt dieser mit Beschlussvorlage 21/2018 einstimmig, den Bürgermeister zu beauftragen, einen Förderantrag zur Erstellung eines Konzepts für ein Landschaftsmuseum Hürtgenwald 1944/45 bei der Landeszentrale für politische Bildung NRW einzureichen.

Die Kosten der Machbarkeitsstudie zum Landschaftsmuseum Hürtgenwald, wie sie in der dazu erstellten Projektskizze in Höhe von 44.000,- EUR ermittelt wurden, werden übernommen durch:

  • Landeszentrale für politische Bildung:                   35.200,- EUR
  • Eigenanteil Kreis Düren/Gemeinde Hürtgenwald:     8.800,- EUR


Windhund Gedenkstätte Vossenack
Windhund Gedenkstätte (© André Oleff)

2017

In Beschlussvorlage 109/2017 diskutiert der Gemeinderat über den internationalen Hürtgenwald-Marsch, an dem sogenannte Reenactment-Gruppen oder „historische Darsteller US Army“ teilnehmen. Dabei tragen diese historische Uniformen nebst Ausrüstungsutensilien, wie sie frühere amerikanische Kriegsteilnehmer getragen haben. Im Rahmen der Vorstellung des Ergebnisses des Moratoriums Hürtgenwald wurde diskutiert, ob dies angemessen ist und akzeptiert werden kann oder muss.

Der Rat beauftragt den Bürgermeister einstimmig, dem Veranstalter des Hürtgenwald-Marsches mitzuteilen, dass es seitens der Bevölkerung als äußerst befremdlich wahrgenommen wird, wenn während der Veranstaltung Marschteilnehmer in historischen Uniformen und Waffenimitate tragend auftreten. Er wird gebeten, dies in geeigneter Weise zu unterbinden.


2017

In seiner 29. Sitzung am 21.09.2017 nimmt der Gemeinderat in Beschlussvorlage 107/2017 den Abschlussbericht zum Moratorium Hürtgenwald nebst Resümee und Empfehlungen zur Kenntnis und erklärt, sich der Verantwortung der Geschichtsschreibung des Hürtgenwaldes zu stellen.

Er beschließt, auf der Grundlage der Empfehlungen aktiv auf die Ausgestaltung der Erinnerungskultur Einfluss zu nehmen. Dies soll zum Ziel haben, der weiteren Ausrichtung der Erinnerungskultur eine Orientierung aus Sicht der Repräsentanten der politischen Gremien zu geben.

Der Gemeinderat erklärt ausdrücklich seine Bereitschaft, Haushaltsmittel bereit zu stellen, deren Höhe sich an den beschränkten finanziellen Möglichkeiten und der jeweiligen Notwendigkeit der Maßnahmen orientieren.

Der Bürgermeister wird beauftragt, die Kosten einer Phase von Arbeitssitzungen unter fachlicher Begleitung und Moderation zu eruieren.


2017

In der 28. Sitzung des Gemeinderates am 13.07.2017 wurde über eine Anregung gemäß § 24 Gemeindeordnung NRW entschieden. Es wurde angeregt, dass

  1. alle öffentlichen Gräber, Symbole und Gedenkstätten der Wehrmacht resp. deren Offiziere, im Gemeindegebiet entfernt werden
  2. der Bürgermeister sein Hausrecht unmittelbar ausübt und die in der Vitrine des Rathauses ausgestellten Kriegsdevotionalien entfernen lässt
  3. die Geschichte der Juden in der Gemeinde Hürtgenwald durch einen Forschungsauftrag untersucht wird, d.h. der Rat beschließt, dass dazu die notwendigen Mittel bereitgestellt werden und die Verwaltung hierzu Fördermittel beantragt

Mehrheitlich bei vier Enthaltungen lehnte der Rat der Gemeinde den vorgelegten Antrag ab.


2017

Am 09.06.2017 Uhr in Vogelsang nahmen die Ratsvertreter an der Ausstellungsführung „Bestimmung: Herrenmensch“ in Vogelsang teil. Geplant wurde, das Moratorium mit einem weiteren Workshop fortzusetzen, nachdem das schriftliche Ergebnis zum Moratorium vorliegt.

 

In der 5. Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur und Vereine am 11.07.2017 wurde mit Beschlussvorlage 62/2017 der Abschlussbericht des Lenkungskreises des Moratoriums, der am 08.06.2017 im Beisein der Presse an an Bürgermeister Axel Buch und Landrat Wolfgang Spelthahn übergeben wurde, vorgestellt. In dem Bericht haben Mitglieder des Lenkungskreises Möglichkeiten benannt, wie mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen Gemeinde und Kreis einen neuen Weg in der Erinnerungskultur in Gang setzen können. 



Museum Hürtgenwald 1944 und im Frieden
Museum Hürtgenwald 1944 und im Frieden (© André Oleff)

2016

In der 4. Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur und Vereine am 30.08.2016 stellt in Beschlussvorlage 12/2016 Herr Möller einen Zwischenbericht zum Moratorium vor. 

Es wurden viele Kontakte zu zahlreichen regionalen Initiativen, Einzelakteuren, Lehrstühlen und Verlagen geknüpft. Mit Veranstaltungen, Ausstellung und Exkursion wurde die Bildungsarbeit intensiviert. Es endete mit einem Workshop für Geschichtsakteure, wissenschaftliche Akteure und politisch-kulturelle Entscheider im Dezember 2016.

 

Das Moratorium wurde von einem Lenkungskreis begleitet, dem Peter Bülter (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.), Dr. Karola Fings (NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln), Dr. Klaus-Dieter Kleefeld (Landschaftsverband Rheinland, Stab Digitales Kulturerbe), Wolfgang Wegener (Landschaftsverband Rheinland, Amt für Bodendenkmalpflege), Gabriele Harzheim und Stefan Wunsch sowie ab Sommer 2016 Albert Moritz (Akademie Vogelsang IP) angehörten. In der Endphase ergänzte Dr. Martin Bredenbeck (Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V.) dieses Gremium. Dr. Hans Wupper-Tewes nahm für den Hauptförderer des Projektes, die Landeszentrale für politische Bildung NRW, an den Sitzungen des Lenkungskreises teil, Frank Möller (Gesellschaft für interdisziplinäre Praxis e. V., Köln) führte die Umsetzung der im Rahmen des Moratoriums vorgesehenen Projektphasen durch.


2016

Basierend auf dem Symposium zur Erinnerungslandschaft Hürtgenwald im Franziskus-Gymnasium in Vossenack im September 2014 verständigten sich verschiedenste Institutionen, Interessengruppen und Personen darauf, ein Moratorium zum Thema „Erinnerungslandschaft Hürtgenwald“ durchzuführen, woran sich u.a. neben Landeseinrichtungen auch der Kreis Düren und die Gemeinde Hürtgenwald beteiligen.

Dieses über die Landeszentrale für politische Bildung finanzierte Projekt organisiert und moderiert Herr Frank Möller von der Gesellschaft für interdisziplinäre Praxis e.V., Köln. Herr Möller informiert den Ausschuss über die Ziele des Moratoriums sowie den geplanten Projektverlauf:

  1. Vortrag Dr. Jörg Echternkamp: "Der zweite Weltkrieg im Deutungskonflikt 1945-2015; Perspektiven der modernen Militärgeschichte am 4. März 2016 im Landhotel Simonskall
  2. Vortrag Dr. Sabine Moller: "Opa war kein Nazi!; Familiengedächtnis, Zeitzeugenbefragung und NS-Vergangenheit am 1. Juli 2016 im Landhotel Simonskall


Ehrenfriedhof Hürtgen
Ehrenfriedhof Hürtgen (© André Oleff)

2014

Am 13. September 2014 fand außerhalb des Gemeinderats eine Fachtagung zum Thema "Hürtgenwald - Perspektiven der Erinnerung" unter Beteiligung von verschiedenen Institutionen, Interessengruppen und Personen u.a. auch Landrat Wolfgang Spelthahn und Bürgermeister Axel Buch statt.

Ehrenfriedhof Vossenack © André Oleff
Ehrenfriedhof Vossenack © André Oleff

Zur Erinnerungslandschaft Hürtgenwald wurde herausgestellt, dass eine differenzierte Repräsentation der lokalen und regionalen Kriegserfahrung zu fehlen schien. Demgegenüber schien die Erinnerung an die "Windhund"-Division deutlich in der Landschaft wiederzufinden zu sein.

Die Fachtagung sollte die bisherige Debatte über eine angemessene Darstellung der regionalen Kriegsgeschichte zu erweitern, Elemente für ein Korrektiv zu der in Teilen täterfixierten und mythendurchsetzten Geschichtserzählung in der Region herauszuarbeiten, einen Perspektivwechsel in der Erinnerungspolitik der Region anzustoßen. Dies vor allem über Art, Gestaltung und Wahrnehmung der verschiedensten Gedenk- und Erinnerungsorte zum Weltkriegsgeschehen 1944/45.

Zum Schluss der Fachtagung wurde vereinbart, dass Frank Möller von der Gesellschaft für interdisziplinäre Praxis e.V., Köln, ein Moratorium zum Thema „Erinnerungslandschaft Hürtgenwald“ organisiert und moderiert. Finanziert sollte dieses Projekt über die Landeszentrale für politische Bildung werden.